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zu den Einsätzen 2010
11. Februar - 18:36 Uhr
BRAND IN EHEMALIGEM GEHRENER KUNSTGLASWERK
- KAMERADEN ZWISCHEN FEUER UND EIS -
Es ist der 11. Februar 2010 als um 18.36 Uhr die Alarmierung bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Gehren eingeht – „Achtung, Achtung! Einsatzalarm Florian Gehren, Gebäudebrand Esbachstraße“.
Das Verwaltungsgebäude des ehemaligen Kunstglaswerks steht in Flammen, umliegend befinden sich zahlreiche Wohnhäuser. Gehrens Wehrleiter und sein Stellvertreter, befinden sich gerade auf dem Weg zu einer Beratung. Sie wenden und queren auf ihrem Rückweg das Brandobjekt, das sich nur einen Steinwurf vom Gerätehaus befindet. Der Dachstuhl des Gebäudes steht bereits voll in Flammen. Die Freiwilligen Wehren der Nachbarorte Gräfinau – Angstedt, Langewiesen und Ilmenau werden sofort nachalarmiert.
Während auf die unterstützenden Kräfte gewartet wird und die erste Lagemeldung des Einsatzleiters an die Leitstelle gegeben wird, beginnen die ersten Trupps des Gehrener TLF16/25 und LF8/6 mit den Löscharbeiten, als plötzlich die Meldung eingeht, dass noch 3 Jugendliche vermisst und in dem Gebäude vermutet werden. Nach sofortigem Innenangriff und Personensuche wird wenig später Entwarnung gegeben – es befinden sich keine Personen mehr im Brandobjekt.
Die Schneemassen auf dem brachen Gelände erschweren sämtliche Arbeiten, sodass kurzer Hand Gehrens Bauhof mit einem Radlader zur Stelle ist und die Fläche räumt um ein in Stellung bringen der DLK zu ermöglichen.
Unterdessen treffen auch die Kameraden der Feuerwehren Langewiesen, Gräfinau-Angstedt und Ilmenau ein. Nach Absprache mit dem Einsatzleiter wird die Drehleiter im Innenhof des Geländes in Stellung gebracht und ein Löschen von oben ermöglicht, die Einsatzkräfte aus Langewiesen unterstützen die Arbeiten. Gräfinau – Angstedt begibt sich an einen zweiten Angriffspunkt, an dem bereits ein Abschnittsleiter auf Sie wartet und die Arbeiten organisiert.
Aufgrund der ungeklärten Lage, in welchem Besitz sich das Gelände befindet, lagerten viele Jahre Flusssäure, Salzsäure und andere Chemikalien aus einstigen Produktionszeiten in einem, an das Brandobjekt angrenzenden ehemaligen Werksgebäude. Doch nach Eintreffen des örtlichen Bürgermeisters kann dieser, nach einigen Schrecksekunden, Entwarnung geben. Die Chemikalien wurden nur wenige Wochen zuvor durch eine Recyclingfirma beseitigt.
Die Löscharbeiten dauern an und das Wasser wird knapp. Gegen 22.30 Uhr sind die Wasservorräte der Stadt weitestgehen erschöpft. Das Dach und der darunter gelagerte Unrat Flammen immer wieder auf. Zudem behindert die Kälte alle Arbeiten der Kräfte und fordert große Leistungen von Mannschaft und Gerät. Gehrens SW 2000 muss eine lange Wegestrecke zu einem außerhalb liegenden Hydranten legen, um die Wasserversorgung vorerst zu sichern.
Die Einsatzleitung veranlasst unterdessen die Organisation von heißen Getränken und Essen und fordert die Alarmierung der Feuerwehren Plaue, Großbreitenbach, Wümbach, Jesuborn sowie Bücheloh, zur Sicherstellung ausreichender Atemschutzgeräteträger und unterstützenden Pumpen und veranlasst zudem die Durchsage einer Warnung im Radio – Anwohner sollten dringend Fenster und Türen geschlossen halten. In der Umgebung wohnende Bürger, Eltern und Freunde unterstützen die Arbeiten, indem Sie sich zusätzlich um ausreichend Essen und Getränke kümmern.
Die FF Bücheloh baut eine Wasserversorgung mit ihrem KLF-Th aus dem Teich, direkt an Gehrens Gerätehaus, auf. Nachdem bereits alle Wasservorräte des Ortes aufgebraucht sind, ist nun eine erneute Versorgung mit Wasser gewährleistet. Der GW-Mess der Feuerwehr Plaue unternimmt immer wieder Messungen der Luftbelastung im Ort, um die Bevölkerung zu schützen.
Das Feuer ist kaum unter Kontrolle zu bringen. Mehr als 5 Stunden dauern die Löscharbeitet bereits an. Zur Ablösung erschöpfter Kräfte werden die Freiwilligen Feuerwehren Möhrenbach und Pennewitz alarmiert. Schwarze Qualmwolken liegen noch immer über der Stadt und erst nachdem große Teile des Dachs heruntergebrannt sind und gezielt der Unrat abgelöscht werden kann, werden die Flammen allmählich geringer. Mittlerweile sind die Temperaturen auf bis -10°C gesunken und immer mehr Fahrzeuge, Pumpen und Geräte kommen an ihre Grenzen. Das kurzzeitige Schließen der Strahlrohre ist nicht möglich, sofort würden die Leitungen einfrieren.
Erst gegen 3 Uhr nachts können die ersten Wehren erschöpft in ihre Gerätehäuser abrücken. Allmählich werden weitere Wehren in ihren wahrlich verdienten Feierabend geschickt und eine Brandwache durch weitere Kräfte der Feuerwehr Langewiesen und Gehren gestellt. Der Einsatzleiter und seine Kräfte können erst am Freitagmorgen, gegen 9.30Uhr erschöpft den Einsatzort verlassen.
Am Nachmittag werden nochmals kleinere Glutnester durch Kameraden der ortsansässigen Wehr beseitigt und alle Fahrzeuge vollständig bestückt und einsatzbereit gemacht. Trotz widriger Umstände kam niemand zu Schaden und auch größere Schäden an Fahrzeugen oder Gerät blieben aus.
Die Brandursache bleibt bislang ungeklärt, die Kripo ermittelt.
Insgesamt waren 11 Freiwillige Feuerwehren mit 112 Mann über 13 Stunden lang im Einsatz.
Im Einsatz waren:
- Feuerwehr – Fahrzeuge – Mannschaft
- Gehren – TLF 16/25 – 1:5
- Gehren – LF 8/6 – 1:8
- Gehren – SW 2000Tr – 1:1
- Ilmenau – DLK 23/12 – 1:2
- Ilmenau – TLF 16/25 – 1:5
- Ilmenau – ELW – 1:3
- Ilmenau – MTW – 1:4
- Gräfinau-Angstedt – LF 8 – 1:8
- Gräfinau-Angstedt – MTW – 1:6
- Langewiesen – LF 8/6 – 1:8
- Langewiesen – TLF 20/24-Tr – 1:2
- Langewiesen – MTW 1/8 – 1:4
- Großbreitenbach – LF 16-TS – 1:8
- Plaue – GW-Mess – 1:3
- Plaue – RW1 – 1:2
- Plaue – MTW – 1:4
- Jesuborn – KLF-Th – 1:2
- Wümbach – TSF-W – 1:5
- Bücheloh – KLF-Th – 1:4
- Möhrenbach – KLF-Th – 1:3
- Pennewitz – KLF-Th – 1:4
Nochmals vielen Dank an alle beteiligten Kräfte und Helfer, die die Kameraden mit warmen Getränken versorgt haben!!!

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